Startseite / Über uns / Mittelverwendungen

Renaissance für den Weinbau am Meißner Burgberg

Meißen, Etwa 200 Jahre lang lag der Berg zu Füßen der berühmten Meißner Albrechtsburg brach, jetzt wurde ihm neues Leben eingehaucht: In zweijähriger Bauzeit wurde an dem extrem steilen Hang der vorhandene alte Boden aufbereitet und Weinreben gepflanzt. Auf der Projektfläche wurde der Terrassenweinberg rekonstruiert. Am Montag, dem 1. Oktober, ist der neue Weinberg mit prominenten Gästen offiziell eingeweiht worden.
Meissner Burgberg
Strahlende Gesichter bei der Eröffnung: Von Bürgemeister Olaf Raschke über Gisela Prinzessin von Sachsen oder Gunther Emmerlich

Auf einer Fläche von rund 1 000 Quadratmetern hat die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) den Meißner Burgberg zu einem sehenswerten Terrassenweinberg umbauen lassen. An dem bis zu 60 Grad steilen Hang wachsen nun mehr als 390 Rebstöcke der weißen Sorte Johanniter und der roten Sorte Regent. Auf den angrenzenden Flächen sollen künftig selten gewordene Gehölze wie Holzbirne und Bergulme gepflanzt werden, im Weinberg selbst Mauerpfeffer, Milchstern und rare Rosensorten. Für dieses Biotop seltener Arten werden allerdings noch weitere Spenden benötigt. „Wir werben um Unterstützung, damit wir die Pflanzungen finanzieren können“, erklärt Projektleiterin Regina Walz. Unterstützt wird das 1,7 Millionen Euro teure Projekt des LaNU-Naturschutzfonds mit Geldern aus den Erlösen der GlücksSpirale von LOTTO, deren Destinatär die LaNU ist. Allein die Rekultivierung des Weinbergs wurde mit rund 700.000 Euro gefördert. Es ist zugleich das größte mit Unterstützung der GlücksSpirale bei der LaNU realisierte Projekt in Eigenregie des Naturschutzfonds. Einen Gutteil tragen auch viele private Spender bei.

Für den Bau der Weinbergterrassen wurden seit August 2010 zigtausend Tonnen Erde bewegt, Trockenmauern, Treppen, Wege und eine große Plattform angelegt, Rankgerüste, Absturzsicherungen und Holzskulpturen aufgestellt. Seit April wachsen nun die ersten Reben und sind schon ordentlich in die Höhe geschossen. Einfach war das seit Jahren vorbereitete Projekt allerdings nicht. Aufgrund des unerwartet faltigen Gesteins mussten die Weinbergmauern anders gegründet werden als geplant. Die Bauzeit verlängerte sich dadurch um ein Jahr, die Kosten stiegen um 200.000 Euro. Künftig werden Schüler des Landesgymnasiums Sankt Afra den Weinberg unter fachlicher Anleitung und nach den Richtlinien des Öko-Landbaus bewirtschaften und dabei das Winzerhandwerk kennenlernen. Das Radebeuler Weingut Hoflößnitz wird aus den weißen und roten Trauben den sogenannten „Schieler“ keltern. Der rare Wein vom Burgberg soll allerdings nicht für kommerzielle Zwecke genutzt, sondern zum Beispiel der Landesstiftung und dem Landesgymnasium für besondere Anlässe oder als Präsent überlassen werden. Vor allem aber wurde ein Lehrweg zu den Themen Weinbau und Naturschutz angelegt, Führungen und Projekttage für Schülergruppen sind nach Anmeldung möglich.

Nach oben
0800 7546496
kostenlos aus allen Netzen