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Refugium für Edelkrebs, Bergmolch & Co. renoviert

Mittelsachsen, Doch auch das Zeichen der Eule konnte die natürliche Verlandung des Teiches durch Ablagerung von ca. 600 m³ Schlamm nicht aufhalten. Deshalb war für die Erhaltung des Lebensraumes der gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt dieses Teiches eine grundhafte Sanierung unumgänglich. Erlöse aus der GlücksSpirale haben bisher rund 300 Projekte ermöglicht, so die Sanierung des Krebsteiches in Leubsdorf zur Erhaltung des Lebensraumes der Edelkrebse und Aktionen für Fledermaus und Glühwürmchen.
Krebsteich Leubsdorf

Wenn in historischen Schriften von Krebsen die Rede ist, dann ist immer der Edelkrebs (Astacus astacus) gemeint, der bis ins ausgehende 19. Jahrhundert in allen Bächen und Flüssen des Erzgebirges und seines Vorlandes häufig war. Mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich die Gewässergüte unserer Fließgewässer teils dramatisch. Als aus Nordamerika ein Pilz eingeschleppt wurde, der die so genannte Krebspest, eine für unseren Edelkrebs tödliche Krankheit auslöst, brachen die Bestände dieser Art zusammen. Nur in wenigen quellnahen Bachläufen und Teichen konnte die Art überleben.

Eines dieser letzten Refugien des in Sachsen vom Aussterben bedrohten Edelkrebses ist der Krebsteich, der sich nur wenige Meter unterhalb einer in Drainage gefassten Quelle bei Marbach in der Gemeinde Leubsdorf/ Landkreis Mittelsachsen befindet. Dieses Vorkommen war unter anderem neben der Funktion des Teiches als Laichgewässer für Hunderte Erdkröten, Grasfrösche, Teich- und Bergmolche der Hauptgrund, den Teich im Jahr 1994 als Flächennaturdenkmal unter Naturschutz zu stellen.

Doch auch das Zeichen der Eule konnte die natürliche Verlandung des Teiches durch Ablagerung von ca. 600 m³ Schlamm nicht aufhalten. Deshalb war für die Erhaltung des Lebensraumes der gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt dieses Teiches eine grundhafte Sanierung unumgänglich.

Diese Sanierung wurde im Spätherbst 2007 in Angriff genommen. Obwohl durch den Einsatz ehrenamtlicher Helfer, insbesondere des Naturschutzhelfers Rüdiger Schmidt sowie Mathias, Marcel und Jörg Zeun, ein wesentlicher Teil der notwendigen Arbeiten geleistet werden konnte, verblieben noch erhebliche Kosten für die notwendige fachgerechte Sanierung des Abflusses und Teichdammes und die Entfernung des Schlammes aus dem Teich, die den Einsatz von Technik erforderten. Diese Arbeiten konnten nur dank der Förderung durch den Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung aus Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale vom Landkreis Freiberg als Bauherr finanziert werden.

Um jede Gefährdung der Edelkrebse möglichst auszuschließen, war vor der Sanierung des Teiches, die ein Ablassen des Wassers erforderte, eine Evakuierung der Tiere erforderlich. Ein Teil konnte in einem Teilgewässer vor Ort verbleiben, ca. 300 Edelkrebse kamen in einen ebenfalls relativ isolierten quellnahen Teich in Marbach.

Dramatischer als die zeitweilige Evakuierung war jedoch nach der bis Ende Februar 2008 erfolgten Teichsanierung die Rückführung der Edelkrebse. Einige Tiere hatten sich in ihrem neuen Heimatgewässer so gut eingelebt, dass es weiterer monatelanger Aufwendungen bedurfte, um sie wieder zurück zu bringen.

Heute ist der Teich wieder ein Lebensraum für die Edelkrebse, wie für Amphibien, Libellen und andere Wasserbewohner. Bereits im Frühjahr 2008 konnten Erdkröten, Grasfrösche und Molche wieder, wie in jedem Jahr, hier laichen und ihre Jugendentwicklung bis zur Metamorphose durchlaufen.

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